Besuchsreisen in den Dornfelder Pfarrsprengel
Die Gemeindesiegel des Dorfelder Pfarrsprengels gibt es seit der Gründung der Dörfer in den 1780er-Jahren
Aus: Fritz Seefeld, DORNFELDS CHRONIK, 150 Jahre Auslands-Deutschen-Schicksal, Kattowitzer Buchdruckerei und Verlags AG Erstausgabe, 1936/ Seite IV
Einige Aspekte aus der Geschichte von Dornfeld und deren Bedeutung für die Deutschen aus Ostgalizien
Wie an anderer Stelle hervorgehoben; die deutschen Siedlungen in Galizien waren klein; Dornfeld gehörte zu den größeren Siedlungen, wobei Brigidau das größte rein deutsche Dorf war. Viele dieser kleineren Siedlungen wurden deshalb bei deren Gründung in den 1780er Jahren an die bestehenden Nationaldörfer angegliedert.
Die Siegel (siehe Beitragsbild) wurden in der Ansiedlungszeit vergeben:
- Dornfeld- Gerichtssiegel in der Mitte der Abbildung von 1786
- Falkenstein – Gemeindesiegel
- Lindenfeld – Deutsches Gemeindesiegel
- Reichenbach – Deutsches Gemeindesiegel
- Chrosner – Gemeindesiegel
- Einsiedel Deutsches- Gemeinde Siegel
- Czczerzecer Deutsches Gemeindesiegel
Das Gründungsjahr von Dornfeld 1786
Aus der Heimatliteratur sollen einige Informationen aufgelistet werden, die das Dorf von der Gründung bis zum Verlassen 1939 charakterisieren.
HEIMAT GALIZIEN
Gedenkbuch der Galiziendeutschen
Julius Krämer (Hg.): Heimat Galizien. Ein Gedenkbuch (Stuttgart 1965), Hilfskomitee der Galiziendeutschen e.V.
- Gründung 1786 im damaligen Kreis Lemberg
- Eine Stammsiedlung
- Ein evangelisches Pfarramt
- Zweiklassige evangelische Privatschule
- Familienzahl: 104
- Seelenzahl im Jahr 1934: 565
- Ortsgruppe des Bundes der Christlichen Deutschen (Stand 1914)
- Kulturell: ein “Deutsches Haus”
- Eine Volksbücherei mit über 500 Bände
- Wirtschaftliche Struktur: Eine Molkerei , eine Kreditgenossenschaft
Ein Zeitsprung in der Dorfgeschichte von Dornfeld soll uns nun in die Jahre nach dem Ersten Weltkrieg führen; die Deutschen lebten nicht mehr im Königreich Galizien und Lodomerien des Österreichischen Kaiserreiches, sondern in der Zweiten Polnischen Republik.
Bedeutung der Heimvolkshochschule für die Galiziendeutschen
Dr. Fritz Seefeld (1888 – 1968) hat in seiner Zeit als Pfarrer in Dornfeld von 1916 bis 1933 für die Galiziendeutschen Bedeutendes geleistet, was weit über die kleine galizische Siedlung hinausgeht. Als nicht dort Geborener kam er im Ersten Weltkrieg 1916 im Rahmen einer Hilfsexpedition zum ersten Mal in die Region, um das Leid in den deutschen Kolonistendörfern zu lindern, die stark durch die russischen Kampfhandlungen und in der Besatzungszeit gelitten hatten.
An erster Stelle soll die Chronik von Dornfeld benannt werden:
Es gibt nur wenige gedruckte Chroniken zu den ehemaligen deutschen Siedlungen in Galizien; einzelne Familienforscher haben aber Kompendien zusammengestellt, die mit Beiträgen in der Mitgliederzeitung „Blickpunkt Galizien – Das Heilige Band“ (erscheint seit 1947 ununterbrochen) oder in der Jahresschrift „ Zeitweiser der Galiziendeutschen“(1954 bis 2012; herausgegeben vom Hilfskomitee der Galiziendeutschen) veröffentlicht wurden.
Die Dorfchronik (siehe Abbildungen) von Fritz Seefeld ist eine sehr gute Monografie, da sie von der Gründungszeit des Dornfelder Pfarrsprengels im Jahr 1786 bis in die Zwischenkriegszeit historische Quellen enthält und bedeutende Ereignisse zur Geschichte des galizischen Dorfes darstellt. Die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg war für die Galiziendeutschen eine schwere Zeit, nun gab es nicht mehr das Habsburger Reich; sie waren Bürger der Zweiten Polnischen Republik geworden. Neben der schwierigen wirtschaftlichen Situation ging es auch um den Erhalt der nationalen Eigenständigkeit. Mit der Volkshochschule, die Pfarrer Seefeld nach dänischem Vorbild (Grundtvig) in der Zeit von 1920–1932 in Dornfeld organisierte, gab er damit auch eine Antwort auf die Situation der kleinen deutschen Minderheit nach dem Ersten Weltkrieg.
In der Volkshochschule organisierte er 17 reguläre Kurse und einen Kurzkurs.
Die Schulungsinhalte richteten sich an die die junge Generation, die noch unter den schweren Zerstörungen der galizischen Dörfer litten und deren Umstellung auf das Leben in dem jungen polnischen Staat.
- Bildung und Urteilsfähigkeit für Handarbeiter
- Kurse in deutscher Geschichte, Literatur und Lebenskunde
- Auch sommerliche Jugendwochen mit Teilnehmern aus ganz Polen fanden statt.
Von so einer Jugendwoche gab Dr. Fritz Seefeld im Jahr 1924 ein Liederbuch heraus:

Das Liederbuch nach einer Heimat- und Jugendwoche der Volkshochschule in Dornfeld vom 7. bis 13. 7. 1924 zusammengestellt von Fritz Seefeld veröffentlicht.
In Dornfelds Chronik ist auch ein Bild von der Heimvolkshochschule enthalten.

Die Dornfelder Bauernschule

Für die deutschen Bauern war es nach dem Ersten Weltkrieg eine wirtschaftlich schwere Zeit, das Genossenschaftswesen, wie die Raiffeisenkassen , als Methoden der Selbsthilfe waren erst am Anfang und mussten auch nach dem I. Weltkrieg neu organisiert werden. Auch diese Aktivität hatte in Dornfeld ihren Ursprung, dazu ein Bild mit dem Vorstand .
Ein weiteres Bild aus den 1930-er Jahren zeigt eine Gruppe von Jugendlichen; aber es gibt keinen Hinweis, ob es sich um einen Kurs der Bauernschule handelt.
Vielleicht kann ein Leser Personen erkennen, dann wäre es für den Verein möglich, dieses historische Dokument zielgerichtet in unsere Geschichte einzuordnen?

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Ein Blick in DORNFELDS CHRONIK; nach dem Weggang von Fritz Seefeld aus Dornfeld 1936 veröffentlicht


Fritz Seefeld, DORNFELDS CHRONIK, 150 Jahre Auslands-Deutschen-Schicksal, Kattowitzer Buchdruckerei und Verlags AG Erstausgabe, 1936
Auf der Seite 64 des Buches (siehe Abbildung) ist die Dornfelder Kirche mit ihrem separaten Kirchturm zu sehen, wie sie in den 1920er und 1930er Jahren zur Zeit von Dr. Fritz Seefelds Wirken ausgesehen hat.

1930, Kirche in Dornfeld mit Glockenturm
aus Buch Fritz Seefeld DORNFELDS CHRONIK SEITE 64
Aus der Heimatliteratur ist auch eine Überlieferung bekannt, mit welchen Umständen die Einwanderer in den frühen Jahren des Dorfes zu tun hatten.
1786 mit der Gründung gab es für die Einwanderer mehr oder weniger fertige Häuser entsprechend dem Ansiedlungspatent von Kaiser Joseph II. Mit dem Kirchenbau war es aber eine längere Geschichte, die sich über 30 Jahre hinzog. Eine der Ursachen waren auch die Kriege, in denen die Habsburger Monarchie über einen Zeitraum von 30 Jahren seit der Einwanderung der deutschen Bauern beteiligt war und die daraus resultierende Inflation.
Der Dornfelder Kirchenbau Aus DORNFELDS CHRONIK (Seite 89 bis 92) Blicken wir in das Kapitel, wie Fritz Seefeld diese Dornfelder Geschichte neben den historischen Fakten etwas erzählerisch ausgeschmückt hat:
Die Kolonie Dornfeld war kaum fertig besiedelt, da heißt es im Jahre 1788: „Nach geendetem Kriege soll ein Bethaus gebaut werden!
Wie die doppelsinnigen Weissagungen der Pythia ging das Wort in Erfüllung. Niemand hatte damals geahnt, dass der Krieg mit ganz kurzen Unterbrechungen 30 Jahre dauern würde. Aber die Dornfelder mussten tatsächlich 30 Jahre auf ihre Kirche warten.
In weit kleineren Kolonien hatte man längst Bethäuser, warum dauerte es in Dornfeld so lange? Es gab viele Gründe. Der Hauptgrund lag wohl in der Starrköpfigkeit der Dornfelder. Irgendwoher war es aufgekommen, dass der Kirchbau zu den Versprechungen bei der Ansiedlung gehörte. Dazu soll der Kaiser bei seinem Dornfelder Besuch im Juli 1788 auf dem großen Dorfplatz, dem „Marktplatz“, angehalten und gesagt haben: „Hier muss einmal die Kirche stehen!“ Das nahm man als Bestätigung für ihre Überzeugung, der Kaiser würde die Kirche bauen!
(…) Als das Landesgubernium auf Pastor Simons (1805-1839) Antrag einen Entwurf für die Dornfelder Kirche anfertigen ließ, lehnten die Dornfelder diesen ab. Es war ein Rundbau, der ihnen wohl sehr fremd war, dazu in seiner Prächtigkeit nicht in ein schlichtes Dorf passte und auch ihrem Geldbeutel nicht entsprach. Erst 1808 einigte man sich auf einen neuen Plan, der einen Längsbau darstellte.
(…) die gottesdienstlichen Verhältnisse in Dornfeld (1810er-Jahre) jeder Beschreibung gespottet hätten. Im Sommer ging es noch. Da fand der Gottesdienst in der baufälligen Pfarrscheune statt! Die Kirchenbesucher waren allem Wind und Wetter, Zugluft und mannigfachen Störungen ständig ausgesetzt. Im Winter wurde der Gottesdienst in dem überaus niedrigen und viel zu kleinen Schulzimmer abgehalten, so dass es nicht selten vorkam, dass der Pastor oder Gemeindeglieder während des Gottesdienstes ohnmächtig wurden. Was für eine lang ersehnte und von Herzen gefeierte Weihestunde mag wohl die Grundsteinlegung zur Kirche im Herbst 1810 gewesen sein! Im Sommer 1811 war wohl tatsächlich aller Wille fest angespannt, so viel wie nur möglich zur Fertigstellung des Baus zu leisten. Fleißig haben die Dornfelder Grundwirte mitgeschafft und bis in die neueste Zeit wurden noch humorvoll „Märchen“ von jenem Baujahr erzählt. (…)
Mit munteren Späßen und in fleißiger Arbeit „wurde das Mauerwerk von 13 Klafter Länge, 8 Breite und 6 Höhe im Herbst vollendet“. In den nächsten beiden Jahren kam der Bau infolge der Inflation nicht vorwärts, so dass auf Pastor Simons dringende Bitte eine Kollekte in allen evangelischen Kirchen Österreichs für den Kirchbau in Dornfeld eingesammelt wurde.
Ende 1814 stellt Pastor Simon fest, dass die Gemeinde aus eigenen Mitteln über
6 000 fl (Gulden) für den Bethausbau aufgebracht habe und bis zur Vollendung noch 4 000 fl benötige. Solche Beträge aufzubringen war die Zeit wohl zu schwer. So verging Jahr um Jahr. Aber die zweite Inflation, das verhängnisvolle Sinken der Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse (1824 kostete ein Korez Roggen — etwa 90 kg — 1 fl in der neuen Währung) machte auch kleinste Ausgaben für den verarmten Landwirt unmöglich.
(…) Endlich im Herbst 1823 nahte der Tag, an dem die Dornfelder Gemeinde nicht nur in Erinnerung an die Heimat, sondern auf Grund der Einweihung der Kirche in der neuen Heimat wirkliche Kirchweih feiern konnte. Sonntag, 23. Oktober, ist der Tag, der sich unauslöschlich in das Bewusstsein der Dornfelder einprägte. Die „Kerb“ war und blieb der größte Festtag in Dornfeld, der den ganzen Menschen erfasste: Heimaterinnerung, alte Sitten und Gebräuche, Fröhlichkeit in Tanz und Spiel, aber auch ein volles Gotteshaus. Die „Kerb“ hat sich deshalb auch über Umsiedlung und Flucht bis in die „neue-alte Heimat“ erhalten.(…)
Dieser kleine Streifzug durch die Geschichte von Dornfeld aus den frühen Jahren der Ansiedlung der deutschen Siedler soll ausreichen.
Das Quellenbuch ein bedeutendes Werk in der Heimatliteratur der Galiziendeutschen
Fritz Seefeld war nicht nur Pfarrer und Lehrer an der Heimvolkshochschule in Dornfeld, sondern auch Historiker, der mit dem Quellenbuch Zur deutschen Ansiedlung in Galizien unter Kaiser Joseph II den Deutschen aus Galizien eine sehr informative Dokumentensammlung zusammengestellt hat, die uns das Verständnis zu der Einwanderung in den 1780er-Jahren erleichtert.


Dr. Fritz Seefeldt Cover des Quellenbuches zur deutschen Ansiedlung in Galizien unter Kaiser Joseph II, Reprintausgabe, 1990
Es seien das Toleranzpatent und das Ansiedlungspatent, auf den nächsten Bildern im Auszug zu sehen, als wichtige Gesetze zitiert, die letztlich die Einwanderung unserer Vorfahren in das angegliederte Königreich Galizien und Lodomerien ermöglicht haben.
Es seien das Toleranzpatent ( siehe auch Abbildung ) und das Ansiedlungspatent (siehe auch Abbildung) als wichtige Gesetze zitiert, die letztlich die Einwanderung unserer Vorfahren in das angegliederte Königreich Galizien und Lodomerien ermöglicht haben.
Das Toleranzpatent
Gleichstellung nicht-katholischer Christen
Das Toleranzpatent vom 10.11.1781 erlaubt den nicht-katholischen Christen die freie Glaubenspraxis und die Errichtung von Bethäusern (kaum als solche in den Siedlungen erkennbar) ab einer Gemeindegröße von 100 Familien. Sie erhalten generell gleiche Rechte und Pflichten wie die katholischen Untertanen.

Aus Fritz Seefeld, Quellenbuch zur deutschen Ansiedlung in Galizien unter Kaiser Joseph II Toleranzpatent 1781, Verlag Günter Wolf, Plauen 1935, Seite 23 – 25
Das Ansiedlungspatent
Ein weiteres, vielleicht das bedeutendste Dokument für die Galiziendeutschen hat Fritz Seefeld auch in das Quellenbuch aufgenommen.

Aus: Fritz Seefeld, Quellenbuch zur deutschen Ansiedlung in Galizien unter Kaiser Joseph II, Ansiedlungspatent von 1781,
Verlag Günter Wolf, Plauen 1935, Seite 21 – 23
Etwas zu dem Modul Kronland Galizien und Lodomerien vom Herder-Institut für historische Ostmitteleuropaforschung
In diesem Beitrag zu den thematischen Exkursionen in den Dornfelder Pfarrsprengel (Ukraine/Galizien) wird vorwiegend auf die Heimatliteratur, also die persönlichen Erinnerungen und Impressionen zu den ehemaligen deutschen Siedlungsorten zurückgegriffen.
Bei den Recherchen zu dieser Abhandlung war es bemerkenswert, dass im Jahr 2015 das international renommierte HERDER-INSTITUT für historische Ostmitteleuropaforschung ein Modul “Kronland Galizien und Lodomerien” publiziert hatte.
Siehe auch:
Das Themenmodul erlaubt einen Gesamtblick auf die multiethnische Gesellschaft des historischen Galiziens, diese 105 Quellen umfassen Dokumente und Bilder.
Galizien – Galicja – Галичина – גאַליציע
Über den nachfolgenden Link lassen sich in der ganzen historischen Breite zu Galizien verschiedene Darstellungen aufrufen. (Zugriff am 15.08.2026)
Professor Börries Kuzmani, Historiker und Slawist ist der Autor dieses Moduls; damit sind diese interessanten Themen aus der Geschichte abrufbar. (Zugriff am 15.08.2026)
Bemerkenswert für die Galiziendeutschen ist, dass in den 105 Quellen des Moduls auch das Gedenkbuch der Galiziendeutschen (Position 70) aus der Heimatliteratur als historische Quelle einbezogen wurde.
Die Quelle:
Fritz Seefeldt: Im Wandel der Zeiten. Bilder aus Geschichte und Leben unserer Siedlungen, in: Julius Krämer, Heimat Galizien. Ein Gedenkbuch, Herausgegeben vom Hilfskomitee der Galiziendeutschen (Stuttgart 1965), S. 91-101.
In diesem zitierten Kapitel von Pfarrer Fritz Seefel wird die Ansiedlungsgeschichte der deutschen Einwanderung, beginnend mit dem Toleranzpatent von Kaiser Joseph II dargestellt, in dessen Folge kam es zu einer Zersplitterung Deutschen über eine weite Fläche in viel zu kleinen Siedlungen.
Von den Besuchsreisen nach Dornfeld
Nachfolgend werden Bilder zu sehen sein, die ein Zeugnis zu den zahlreichen Reisen abgeben und auch über die vielfältigen Kontakte berichten.
Die geografische Lage von Dornfeld/Ternopillja mit dem Gedenkstein auf dem ehemaligen deutschen Friedhof
Auf Google Maps ist der Friedhof/Gedenkstein als ein Gedenkort der Deutschen aus Galizien hervorgehoben. Neben dem Denkmal sind Bilder von „Galizienreisen“ aus der Zeit vor der CORONA-Pandemie und der russischen Vollinvasion hochgeladen, aber es sind auch ukrainische Besucher zu finden, die auf diese Art und Weise etwas zu den ehemaligen Bewohnern bis 1940 erfahren wollen.
Folgen Sie dem Link Gedenkstein für die ehemaligen Bewohner von Dornfeld/Ternopillja: (Zugriff am 06.06.2026)
Auch in der Enzyklopädie Wikipedia ist eine ausführliche Darstellung zu Ternopillja (früher Dornfeld) enthalten mit geschichtlichen Ausblicken bis hin zur gegenwärtigen Verwaltungsstruktur in der heutigen Ukraine. Für die Besucher dieser Webseite auch der Hinweis; in den vergangenen 10 Jahren sind fast alle ehemaligen deutschen Siedlungen in die Enzyklopädie aufgenommen, allerdings muss man auf die Schreibweise der Orte achten. (Zugriff am 06.06.2026)


- Der Zustand des ehemaligen deutschen Pfarrhauses in Dornfeld, © Die Galiziendeutschen-Geschichte und Erinnerungskultur e.V. /2017
- Die Schule in Dornfeld , © Die Galiziendeutschen-Geschichte und Erinnerungskultur e.V. /2012
Die Besuchsreisen mit Bussen liefen meist so ab, dass immer für die besuchten Gemeinden Geschenke mitgebracht wurden, oft war ein Drittel des Busses mit Geschenken beladen! Neben Sachen für den Alltag, das waren Anfang der 2000er Jahren auch Brillen, aber die Hilfe für die Dornfelder Schule war ganz konkret.
Die damalige stellvertretende Vorsitzende des Hilfskomitees der Galiziendeutschen, Sieglinde Hexel, transportierte Anfang der 2000er Jahre Personalcomputer zum Einrichten eines Computerkabinettes in der Dornfelder Schule. Es kann wohl an dieser Stelle gesagt werden, dass der Verein auch einen kleinen Beitrag geleistet hat, dass die Ukraine einen schnellen Weg zu einer digitalen Gesellschaft erreicht hat.


Eine interessante Information zur Schule ist auf dieser Tafel in ukrainischer Sprache festgehalten, Diese Tafel wurde 2013 bei Renovierungsarbeiten in ukrainischer Sprache erstellt und erinnert an die ehemalige deutsche Schule von Dornfeld:
Schule, gegründet 1822 von den deutschen Siedlern aus den Ländern Pfalz, Hessen und Württemberg“ Diese Notiz soll nicht bedeuten, dass es vor 1822 keine deutsche Schule gegeben hat; es geht nur um das Gebäude.
Informationstafel in ukrainischer Sprache, bei den Renovierungsarbeiten an der Schule 2013 erstellt, , © Die Galiziendeutschen-Geschichte und Erinnerungkultur e.V. 2013
Wie oberhalb dargestellt, wurden die Besuchergruppen meist der Schule empfangen. Bei dem Rundgang durch das ehemalige Dorf Dornfeld wurden verschiedene Gebäude besichtigt, das zeigen weitere Bilder zur neuen Ukrainischen Orthodoxen Kirche. Diese wurde nach der Selbstständigkeit der Ukraine auf dem Gelände der ehemaligen deutschen Kirche errichtet.


Fotos © Die Galiziendeutschen-Geschichte und Erinnerungskultur e.V. 2016 und 2017
Ein Blick in das Innere der orthodoxen Kirche

Die Ikonastase in der heutigen Ukrainisch Orthodoxen Kirche von Ternopillja (früher Dornfeld), Foto © Die Galiziendeutschen-Geschichte und Erinnerungskultur e. V. 2010
Ein weiteres Zeugnis von den zahlreichen Exkursionsreisen und den Begegnungen mit den ukrainischen Bewohnern ist eine Informationstafel, die neben dem Ortsplan auch bedeutende Geschehnisse aus der 150-jährigen Geschichte von Dornfeld vermittelt.

Tafel zur Geschichte der ehemaligen deutschen Siedlung Dornfel /Ternopillja als Gedenkort. Im kleinen Museum der Schule gezeigt. Foto © Die Galiziendeutschen-Geschichte und Erinnerungskultur e.V. Jahr 2000,
Impressionen von Dornfeld und der Zustand des ehemaligen deutschen Friedhofs
Wir schauen einmal in das ukrainische Dorf (Abbildung ) hinein, es hat den Anschein, wie aus den Erinnerungen unserer Familien überliefert wurde, dass auch in den 2000er Jahren die Kühe vom Hirten am Abend in ihre Ställe getrieben wurden; bei den galizischen Bauernfamilien war das meist eine Aufgabe der Schulkinder.

“Dorfidylle” in Ternopillja (Dornfeld), Die Kühe kommen abends von der Weide, so in den 1990er und 2000er Jahren, Foto © Die Galiziendeutschen-Geschichte und Erinnerungskultur e.V. 2012
Man sollte immer daran denken, dass die ehemaligen deutschen Friedhöfe in Galizien nach der Umsiedlung 1939/1940 sich selbst überlassen wurden und die meisten wurden auch nicht mutwillig zerstört, um zum Beispiel Beispiel die Grabsteine für Bauarbeiten zu verwenden. Die Friedhöfe in der BRD geben meist eine Liegezeit für die Gräber von 20 bis 25 Jahre vor, um sie dann eventuell von den Familien in eine weitere Nutzungszeit zu überführen.
Es ist deshalb fast ein kleines Wunder, dass die Grabsteine so erhalten geblieben sind.

Blick auf den ehemaligen deutschen Friedhof von Dornfeld mit üppigem Pflanzenbewuchs im Frühsommer, Foto © Die Galiziendeutschen-Geschichte und Erinnerungskultur e.V.
Durch Spenden des Vereins konnte über viele Jahre eine Friedhofspflege organisiert werden, so dass Gedenksteine und Grabsteine von dem wuchernden Bewuchs regelmäßig befreit wurden. Ein befreundetes Reiseunternehmen aus Kolomea engagierte sich somit für das Erinnern an die Deutschen aus Galizien.


Diese Mähtrupps waren etliche Jahre unterwegs, um die restaurierten Friedhöfe in einem würdigen Zustand zu erhalten. Gäbe es nicht solche Pflegearbeiten, dann würden sich diese Gedenkstätten der Galiziendeutschen schon nach wenigen Jahren in eine “Wildnis” verwandeln.

Von den Besuchsreisen noch einige Bilder von Häusern der ehemaligen deutschen Bewohner im Zustand von etwa 2012. Von den damaligen Besuchern konnte aber keine Zuordnung zu den ehemaligen Besitzern gemacht werden, die dort bis zur Umsiedlung 1939 wohnten. Zu vielen Siedlungen wurden Ortspläne erstellt, wo die Lage der Häuser und deren Bewohner in den 1930er Jahren eingezeichnet sind.



Zu einem Besuch in Dornfeld /Ternopillja gehörte auch der Besuch der Getreidemühle, die in den 1930er Jahren von einem deutschen Dorfbewohner gebaut wurde. Die von einem Dieselmotor angetriebenen Mahlwerke funktionierten im Jahr 2011 noch zuverlässig (siehe Bild).

Foto © Die Galiziendeutschen-Geschichte und Erinnerungskultur e. V. -2012

Bei einer Exkursionsreise im Jahr 2011 entstand dieses Foto und das technische Denkmal funktioniert mit seinem Dieselmotor aus den 1930er Jahren immer noch!
Foto © Die Galiziendeutschen-Geschichte und Erinnerungskultur e. V.
Die ehemaligen Bewohner von Dornfeld haben auch einen plastischen Dorfplan erstellt, darauf ist besonders gut die planmäßige Dorfgründung mit den Bauernhöfen und Straßen sichtbar. In der Mitgliederzeitung Blickpunkt Galizien – Das Heilige Band, 2020/Heft 5 wurde dazu berichtet; es kann in dem Auswanderermuseum Oberalben besichtigt werden.
Folgen Sie auch dem Link zum Museum:

Das plastische Dorfmodell von Dornfeld (Ternopillja) im Auswanderermuseum von Oberalben (Pfalz), Foto © Die Galiziendeutschen-Geschichte und Erinnerungskultur e .V.
Ein Höhepunkt für den Erinnerungsort Dornfeld war die Weihe des Gedenksteins
Es hat in der Zeit bis zum russischen Angriffskrieg im Jahr 2022 viele organisierte und auch Privatreisen nach Dornfeld/Ternopillja gegeben; ein Höhepunkt war wohl die Weihe eines Gedenksteins zur Erinnerung an die ehemaligen Bewohner von Dornfeld. Der langjährige Vorsitzende des Vereins, Horst Vocht, war ein “Vielreisender” nach Galizien; er organisierte 23 Exkursionsreisen nach Ostgalizien und nahm auch daran teil!
Im Jahr 2000 wurde der Gedenkstein in einer feierlichen Zeremonie gemeinsam mit den ukrainischen Bewohnern geweiht; Besucher der Webseite können dazu einen einen Dokumentarfilm in voller Länge anschauen.
Der Link zu diesem Film:

Mitten in der CORONA-Pandemie im Jahr 2021 – eine Visite in Dornfeld von einem Vereinsmitglied aus Lemberg/Lviv
Auf was für einem guten Weg sich der Verein vor der russischen Vollinvasion im Jahr 2022 befand, davon zeugen auch Bilder, die im September 2021 von einem in Lemberg lebenden Vereinsmitglied gemacht wurden. Er ist über viele Jahre ein Beobachter und Kenner der ehemaligen Siedlungsorte, dokumentiert die Veränderungen und pflegt die persönlichen Kontakte in den Dörfern, wie Schulen und Verwaltungen.
Aus seinem Bericht im August 2021:
(…) Am 22. August 2021 wurde (erstmals in der Zeit der unabhängigen Ukraine) ein Dorffest veranstaltet, zu dem auch Exponate aus dem deutschen Museumsraum in der Schule gezeigt wurden, den der ehemalige Schulleiter Ivan Ivantschov initiiert hatte. Aus Drobobytsch reiste ebenfalls ein Freund zu diesem „Tag des Dorfes“ an. Eine Neuheit auf der kommunalen Ebene waren die neu aufgestellten Informationstafeln zu den drei deutschen Siedlungen in der Verbandsgemeinde Trostjanets (Reichenbach, Lindenfeld, Dornfeld) in verschiedenen Sprachen beschriftet. Am Ortseingang von Ternopillja/Dornfeld von der Straße („Kaiserstraße“) her, war die Tafel (siehe die Abbildung unterhalb) mit Informationen zum ehemaligen Pfarrsprengel zu sehen.(…)

Foto von einer Exkursionsreise aus dem Jahr 2020. Das ehemalige deutsche Pfarrhaus ist ungenutzt und der Verfall schreitet voran , © Die Galiziendeutschen-Geschichte und Erinnerungskultur e.V.
Dieser Beitrag zum ehemaligen galizischen Dorf Dornfeld/Ternopillja gibt einen Überblick zur Geschichte und Erinnerungen. Knapp 30 Jahre war ein ungehindertes Reisen möglich, aber mit der russischen Vollinvasion gibt es das für den Verein nicht mehr!
