Lemberger Schornsteinfeger übermitteln Glückwünsche für das Jahr 1853
Bei einer Recherche im Archiv der Galiziendeutschen (MOB) konnten überraschend einige große Glückwunschkarten der Lemberger Schornsteinfeger aus den 1850er Jahren gefunden werden. Wie abgebildet, sprechen die Gesellen der Kaminfegerzunft die Neujahrsglückwünsche aus. Im Sprachgebrauch der damaligen Zeit bezeichnen sich die schwarzen Gesellen entweder als Kaminfeger oder Rauchfangkehrer.

@ Martin-Opitz-Bibliothek /Archiv der Galiziendeutschen in Herne
(…) Ruft uns wohl die Pflicht,
Heißt´s uns auch die Höflichkeit-
Ruf der Pflicht sei ausgenommen.
Und das Jahr dem Glück geweiht!
Dero ergebenste Kaminfeger bei Herrn Alois Leski im 1. Viertel.
Auf einer anderen Grußkarte wird mit Rauchfangkehrer-Gesellen unterschrieben.
Bleiben wir noch etwas bei den Lemberger Schornsteinfegern – ein paar Jahrzehnte später, da werden Grußbotschaften mit den Kollegen im Deutschen Reich ausgetauscht.
Entnommen aus dem Buch:
DIE GESCHICHTE DES SCHORNSTEINFEGER-HANDWERKES Im Gau Halle -Merseburg, 1705 bis 1937, Druck Walter Kersten Halle (Saale), 1937

Nach dieser Quelle wird die Vermutung aufgestellt, dass die Lemberger Zunft der Kaminfeger 1793 gegründet wurde, siehe dazu oberhalb das Glückwunschschreiben von den Kollegen aus dem Deutschen Reich im Jahr 1893 an ihre Lemberger Kollegen.
Es wird eine Widmung zum Fahnenschild für die Fahne zum 100jährigen Bestehens der Rauchfangkehrer-Zunft übermittelt; dort heißt es :
(…) die Rauchfangkehrer Zunft möge auch
fernerhin blühen und gedeihen.
Mit kollegialen Gruß
Fischer
Obermeister der Schornsteinfeger-Innung
Für den Regierungsbezirk Merseburg
Vorstand und Beirat des Vereins Die Galiziendeutschen-Geschichte und Erinnerungskultur e.V. wünschen allen unseren Lesern ein gesundes Neues Jahr mit vielen neuen Erkenntnissen bei der Erforschung des historischen Galiziens und da ist die Martin-Martin-Opitz-Bibliothek eine gute Adresse.

