Besondere Erinnerungsorte, der beiden kurz vorgestellten Teile von Galizien in der Ukraine und in Polen.
Wie an anderer Stelle dargestellt, haben der Verein und einzelne Mitglieder in Ostgalizien bis zur russischen Vollinvasion eine Reihe von Gedenksteinen errichtet und einige Friedhöfe konnten auch restauriert werden. Im Februar 2026 tobt der Krieg gegen die Ukraine bereits vier Jahre; bisher gab es zum Glück noch keine Zerstörungen an diesen Zeugnissen zur Geschichte unserer ehemaligen deutschen Siedlungsorte .
Das herausragende Museum und Kulturzentrum in Pidhajtschycki/Unterwalden

Das lange Nachwirken der Sowjetzeit mit seinem Verschweigen in der Nationalitätenpolitik führte in Ostgalizien oft dazu, dass in den ehemaligen deutschen Dörfern in der Sowjetzeit wenige wussten, dass verschiedenen Nationalitäten zusammengelebt hatten. Im Jahr 2016 erfuhr der Verein zu einer Initiative von jungen Dorfbewohnern, die den deutschen Friedhof aufräumten und sich für die ehemaligen Bewohner ihres Dorfes bis 1940 interessierten. Bald kam der Gedanke auf, ein Dorfmuseum in dem Gebäude der ehemaligen deutschen Molkerei (Sitz der Gemeindeverwaltung nach dem II. Weltkrieg) zu errichten. Über verschiedene Ausbaustufen wurde in Pidhajtschycki neben dem Museum ein Kulturzentrum ins Leben gerufen (siehe Bilder von der Ausbaustufe 2019). Die mediale Präsenz auf Facebook und Instagram ist beeindruckend, so dass die Interessierten ständig mit „ihrem Erinnerungsort“ Unterwalden im Kontakt bleiben können, siehe nachfolgende Bilder. Auch in diesem schlimmen Krieg lassen es sich die jungen Akteure nicht nehmen zur Geschichte und über Veranstaltungen zu posten.

Museums und Kulturzentrums 2.0
im November 2019


Der 2014 restaurierte ehemalige deutsche Friedhof von Podlesie/Reichau (Westgalizien) und das Pfarrhaus (Pastorówka) als eine Begegnungsstätte
Seit der Mitgliedschaft der Republik Polen in der EU ist es gelungen, dass an zwei Erinnerungsorten der Galiziendeutschen auf deren Geschichte mit Ausstellungsstücken in Museen verwiesen werden kann.
Aufgrund einer privaten Initiative in Kooperation mit dem Verein und der polnischen Stadt Lubaczów konnte im Jahr 2014 der ehemalige Deutsche Friedhof in Podlesie (Reichau) und das alte Pfarrhaus restauriert werden; dazu sind auch EU-Mittel verwendet worden.


Museum für Volkskultur in Kolbuszowa – Südostpolen/Westgalizien
In diesem Freilichtmuseum im Südosten von Polen gibt es viele Exponate zu Siedlungen von Volksgruppen, die in dieser Region wohnten. Für uns als Galiziendeutsche war es eine große Freude, das parallel zu einer wissenschaftlichen Konferenz im Jahr 2023 ein ehemaliges deutsches Siedlerhaus aus Boża Wola /Goleschau in den Bestand des Museums aufgenommen wurde. Damit hat die Republik Polen mit Aufnahme dieses Hauses das Erbe der galizischen Siedler unter staatlichen Schutz gestellt. Am 4.03.2025 fand im Museum der Volkskultur in Kolbuszowa die Vorstellung des Buches „`Spuren der Josephinischen Ansiedlung in Galizien“ statt. Im Buch enthalten sind Beiträge von 12 polnischen Wissenschaftlern, die sich mit unserer Ansiedlungsgeschichte befasst haben.

Die Präsentation des Buches
Josephinische Siedlung in Galizien
Spuren der Anwesenheit


